Forscher haben herausgefunden, dass sich Schmetterlinge an ihr früheres Raupenleben teilweise erinnern können. Die Metamorphose der Schmetterlinge ist ein echtes Wunder und hat mich schon immer fasziniert. Aus der Raupe wird eine Puppe und aus dieser wiederum entsteht der Schmetterling. Auch wenn sich der Körper der Insekten grundsätzlich verwandelt, so geht die Erinnerung an die Zeit als Raupe offenbar nicht verloren. Dies haben Douglas Blackiston und seine Kolleginnen von der Georgetown University in Washington festgestellt, als sie Tabakschwärmer (Manduca sexta) untersuchten.
Dies ist besonders erstaunlich, da während der Veränderung von der Larve zum ausgewachsenen Schmetterling der gesamte Körper geradezu in Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt wird. Tabakschwärmer durchlaufen sogar fünf Raupenstadien. Für das Experiment wurden Raupen in den letzten drei Stadien einem Geruchstraining unterzogen: Die Forscher setzten sie in einen Apparat und boten zwei Ausgänge an, wobei der eine mit reiner Luft gefüllt, der andere dagegen stark mit einem nach Klebstoff riechenden Lösungsmittel gesättigt war. Da Tabakschwärmer keine natürliche Abneigung gegen den Geruch haben, legten die Forscher an den zweiten Weg zusätzlich Strom an, um den Tieren bei Betreten der Röhre einen leichten Stromschlag zu versetzen.
Bei weiteren Versuchen mieden die Raupen diesen Weg. Nach der Verpuppung zum Schmetterling unterzogen die Wissenschaftler die Tiere dem gleichen Test und entdeckten, dass diese den Geruch des Lösungsmittels auch jetzt noch mieden, allerdings nur dann, wenn sie im fünften Larvenstadium trainiert worden waren. Die jüngeren Larven hatten die Konditionierung offenbar vergessen. Unklar ist noch, wo die Information gespeichert wird, da sich auch das Gehirn stark verändert. Die Forscher vermuten, dass noch alte Gehirnzellen übrigbleiben. Vielleicht ist dieser Vorgang aber auch ein Indiz für die Existenz einer materielosen „Seele“, in der Informationen wie in einer Matrix gespeichert sind. Ein vergleichbares Phänomen findet man bei den Hydromedusen, die sich in einzelne Lebewesen zerlegen können und auch wieder als neues Tier zusammenwachsen.

